Landmarke im Nationalpark

Innovativer Aussichts- und Prüfturm in Valparaíso, Chile

High-Tech-Holzbau an der Schnittstelle von Naturbeobachtung und Materialforschung.

Im Auftrag der chilenischen Forstbehörde CONAF (Corporación Nacional Forestal) entstand dieser visionäre Entwurf für einen kombinierten Aussichts- und Beobachtungsturm am Rande des Nationalparks "Reserva Nacional Lago Peñuelas" in der Provinz Valparaíso. Die architektonische und ingenieurtechnische Herausforderung bestand darin, eine weithin sichtbare Landmarke zu schaffen, die sich ökologisch sensibel in das geschützte Ökosystem einfügt und gleichzeitig eine hochspezifische, wissenschaftliche Doppelfunktion erfüllt: die großräumige visuelle Brandüberwachung des Nationalparks und die Realisierung eines vertikalen Fassadenprüfstands.

Die Geometrie des Knicks: Skulpturale Dreiteilung und statische Innovation

Das markanteste Entwurfsmerkmal des Turms ist seine markante vertikale Dreiteilung, die durch ein gezieltes, dynamisches Knicken des Baukörpers optisch eindrucksvoll inszeniert wird. Diese Geometrie stellte das Planungsteam aufgrund der filigranen Bauweise und des Werkstoffs Holz vor komplexe statische Herausforderungen, die durch innovative Knotenpunktdetails gelöst wurden.
Die drei Zonen staffeln sich logisch in die Höhe:

  • Die Basis: Ein geschützter, gut auffindbarer Eingangsbereich, der Besucher und Forscher empfängt.
  • Das Zentrum: Eine offen gestaltete, skulpturale Erschließungszone und Treppenlandschaft, die den Aufstieg zu einem räumlichen Erlebnis macht.
  • Der Kopf: Die hochspezifischen Prüfräumlichkeiten der Forstbehörde CONAF.

Das Exoskelett: Tektonische Kraft vor der Glasfassade

Ein absolutes architektonisches Alleinstellungsmerkmal ist die Konstruktion der oberen Prüfräume: Das tragende Holzskelett verläuft komplett außen vor der Gebäudehülle. Während sich die Forschungsräume dahinter mit einer transparenten Glasfront öffnen, liegt das kraftvolle Holztragwerk ungeschützt und selbstbewusst davor. Diese Konsequenz macht die Struktur nicht nur visuell extrem plastisch, sondern korrespondiert genial mit der Funktion des Fassadenprüfstands – das Holzskelett selbst wird zum lebendigen Teil der Materialforschung unter realen klimatischen Bedingungen.

Als krönender Abschluss thront über den Forschungseinheiten eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform. Von diesem höchsten Punkt aus bietet sich ein spektakulärer Panoramablick über das gesamte Schutzgebiet, den Lago Peñuelas und das Umland – ein Logenplatz für den Naturschutz und ein unvergessliches Highlight für den Ökotourismus.
Um die Logistik im sensiblen Nationalparkgebiet so schonend wie möglich zu gestalten, basiert die gesamte Konstruktion auf einem extrem hohen Grad an elementierter Vorfertigung. Die einzelnen Holzbauteile werden millimetergenau im Werk produziert und vor Ort in kürzester Bauzeit präzise montiert.


Projekt-Keyfacts:

  • Projektart: Infrastruktur- & Forschungsbau / Internationaler Holzbau-Entwurf

  • Standort: Reserva Nacional Lago Peñuelas, Valparaíso, Chile

  • Konstruktion: Filigraner, erdbebensicherer Ingenieurholzbau mit komplexer, geknickter Baukörpergeometrie und hohem Vorfertigungsgrad

  • Tragwerkskonzept: Außenliegendes, durchlaufendes Holz-Exoskelett vor einer innenliegenden Glasfassade

  • Vertikale Gliederung: 3-teiliges Raumgefüge (Geschütztes Entree | Offene Treppenlandschaft | Geschlossene Prüfräume mit vorgelagertem Tragwerk)

  • Highlights: Skulpturaler Knick als statisches Meisterwerk, weithin sichtbare Landmarke mit Panorama-Aussichtsplattform zur Brandüberwachung


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