Archiv Marzona
Ein interdisziplinäres Kunst- und Wissensdepot in Friaul
Monumentale Präsenz und landschaftliche Verschmelzung: Ein Manifest der Avantgarde.
Im rauen, landschaftlich tief beeindruckenden Kontext von Friaul (Norditalien) entstand dieser Entwurf für das Ausstellungsarchiv der weltberühmten Sammlung Marzona. Das Gebäude übersetzt das dichte Geflecht der Avantgarde des 20. Jahrhunderts in eine kompromisslos strenge und klare Linienführung. Die Materialisierung in puristischem Beton, Glas und Cortenstahl verleiht dem Solitär eine monumentale, fast zeitlose Erscheinung, die gleichzeitig durch großzügige, transparente Einblicke besticht.
Topografische Einbettung und skulpturale Dreigliederung
Das architektonische Konzept reagiert radikal auf die Topografie: Das Gebäude entwickelt sich aus dem flachen Grundstück heraus in Richtung einer Anhöhe und stößt im hinteren Bereich direkt in den Hügel. Dadurch verschwindet ein Teil des Baukörpers im Grün der Landschaft, während das Untergeschoss als geschütztes, unterirdisches Archiv- und Depotfundament fungiert.
Der oberirdische Baukörper gliedert sich bestechend einfach und logisch in drei Einheiten:
- Das Zentrum: Hier befindet sich der einladende Eingangsbereich, der von einem weit auskragenden, markanten Cortenstahldach spektakulär überragt und geschützt wird. Es beherbergt die flexiblen Wechselausstellungsräume, die Verwaltung sowie eine geschützte Terrasse als Ort des Austauschs.
- Die Flanke der Infrastruktur: Seitlich kompakt angeordnet befinden sich sämtliche funktionale Nebenräume.
- Die skulpturale Flanke: Die gegenüberliegende Seite wird von einer monumentalen, langgezogenen Außenrampe dominiert. Sie führt Besucher architektonisch inszeniert direkt vom Gelände hinauf auf die weitläufige Dachterrasse.
Vom intimen Diskurs zum unendlichen Weitblick
Im Inneren setzt sich die funktionale Klarheit fort. Während das Erdgeschoss der Begegnung und der Präsentation dient, thront im Obergeschoss die Bibliothek als Ort der Kontemplation. Ein raumhohes Fensterband bietet hier einen spektakulären Rundumblick auf die friaulische Landschaft. Von der Bibliothek gelangen Forscher und Besucher schwellenlos auf die besagte Dachterrasse – eine "fünfte Fassade", die als erweiterte Open-Air-Bühne für Performances, Skulpturen oder Veranstaltungen unter italienischem Himmel dient und das Gebäude nahtlos mit der Natur verwebt.
Projekt-Keyfacts:
Projektart: Kultur-, Museums- & Archivbau / Internationaler Entwurf
Standort: Friaul, Italien
Architektur: Strenge, klare Linienführung mit monumentaler Kubatur und topografischer Hügeleinbettung
Materialkonzept: Roher Sichtbeton, präziser Cortenstahl (weit auskragendes Vordach) und großflächige Verglasungen
Baukörper-Gliederung: 3-teiliges Raumgefüge (Zentraler Ausstellungs- & Eingangskern | Nebenraumspange | Monumentale Außenrampe)
Geschosse: 3 Ebenen (KG: Unterirdisches Depot | EG: Ausstellung & Verwaltung | OG: Panoramabibliothek mit Dachterrasse)
Highlights: Weit auskragendes Cortenstahldach über dem Entree, monolithische Außenrampe zur öffentlich begehbaren Event-Dachterrasse
Sie planen ein ähnliches Projekt? Lassen Sie uns unverbindlich darüber sprechen
